Die Burg Burscheid

Die Burg Bourscheid liegt auf einem nur von NW aus zugänglichen Schieferfelsen, 150 m über dem rechten Ufer des Flüßchens "Sauer", ± 360 m ü.d.M. Die Ruinen dieser Anlage zeugen heute noch von einer bedeutenden Feste, die etwa 151 m lang und 53 m breit ist, mit einer Fläche von rund 12.000 qm, umgeben von einer starken Ringmauer mit Zwingern und 11 Türmen.

Die Kernburg/Oberburg entstand um das Jahr 1000 als Ausbau einer bestehenden hölzernen Festung. Die archäologischen Ausgrabungen ergaben othonische, karolingische, merowingische, sogar römische Spuren. Zu Beginn war der kleine Platz am Bergfried mit dem Palas und der etwas tiefer liegenden Kapelle sowie der damaligen Vorburg (heute tieferer Teil der Oberburg) von einer Ringmauer umgeben, die mit wenigstens 4 Türmen bewehrt war. Von dieser ersten romanisch-gotischen Anlage bestehen heute nur noch der Bergfried und die Ringmauer, interessant für diesen Teil der Burg sind die zahlreich angebrachten Bauornamente in "opus spicatum", d.h. Fischgrätenmuster.

Kurz nach 1350 wurde dann mit dem Bau der großen Ringmauer begonnen, die 1384 fertiggestellt war, denn in diesem Jahr wurde das Stolzemburger Haus in der Unterburg errichtet. Erst nach 1477 wurde die Torbastei errichtet, hinter der ein von 4 Türmen geschützter Graben den Zugang zur Oberburg und Unterburg verwehrte. Wahrlich eine großartige Festung. Vor dem Tor war der Vorplatz durch Palisaden gesichert.

Nach 1512, dem Todesjahr des letzten Bourscheiders, begann der Verfall der Burg. In der Oberburg entstanden zwei Wohnungen beiderseits des Palas, von denen die eine bereits 1626 aufgegeben wurde, die andere nur zeitweise bewohnt war. Doch wurde um 1650 die Kapelle noch vergrössert: sie erhielt zwei Altäre. Auch wohnte von dieser Zeit an nur noch der Amtmann im Schloss, in dem Stolzemburger Haus, das daher 1785 nochmals als Wohnung neu errichtet wurde, während in der Oberburg Palas und Kapelle bereits zu Ruinen verfielen. Mit dem Erfolg der Franzosen im Jahre 1794 endete die Feudal- und Burgenzeit. Im Herbst 1802 wurde das Archiv nach Gemünden im Hunsrück gebracht. 1803 verliess der letzte Amtmann die Burg. Danach befand sich die Burg in Privatbesitz. Der Luxemburger Staat, der 1936 die Anlage unter Denkmalschutz gestellt hatte und auch einige Rettungsarbeiten durchführen liess, kaufte die Ruinen 1972 auf. Seitdem wurden das Stolzemburger Haus sowie das Pförtnerhaus neu errichtet und weitere Restaurierungsarbeiten werden permanent durchgeführt.

Kontakt

Syndicat d'Initiative et de Tourisme Bourscheid

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